Datum:
11.09.2018
Übung:
Großübung Münster

Verpuffung führt zu Stadelbrand

Gemeinschaftsübung zeigt Können der Feuerwehren Wurmsham.

Ein brennender Stadel, vermisste Personen und eine knappe Löschwasserversorgung stellten die Feuerwehren im Bereich Wurmsham am Dienstagabend vor eine schwierige Aufgabe. Dennoch konnte in kameradschaftlicher Zusammenarbeit ein hervorragendes Übungsergebnis erzielt werden. Vertreter aus Politik und Kreisbrandinspektion beobachteten dabei den spektakulären Übungseinsatz. Angenommen wurde auf dem Anwesen in Münster Hsnr. 19 der Brand eines landwirtschaftlichen Stadels. Rauch stieg aus dem Dachstuhl des kleinen Stadels auf. Vorausgegangen war eine Verpuffung bei Schweißarbeiten im Inneren des Gebäudes, sodass eine Person darin vermisst wurde. Ein durch den Knall alarmierter Anwohner eilte mit dem Traktor zu Hilfe. Als er von diesem abstieg, vergaß er vor Aufregung jedoch die Handbremse festzuziehen. Es kam wie es kommen musste: Beim Absteigen vom Traktor stürzte die Person und wurde unter der Vorderachse eingeklemmt. Um 19:20 Uhr wurden durch die Integrierte Leistelle in Landshut die Feuerwehren aus Pauluszell, Wurmsham, Eberspoint, Ruprechtsberg und Haunzenbergersöll alarmiert, die vom Brandleider Manfred Daxberger bereits aufgeregt in der Hofzufahrt erwartet wurden. Nach einer kurzen Erkundung durch den Einsatzleiter der Feuerwehr Pauluszell, 2. Kommandant Johannes Holzmann, wurde die Lage beurteilt und Einsatzbefehle erteilt.

Umgehend wurde mit dem Aufbau einer Löschwasserversorgung begonnen. Zunächst wurde das Löschwasser aus dem Tank des Pauluszeller Feuerwehrfahrzeuges entnommen. Parallel wurde ein am Anwesen befindlicher Unterflurhydrant in Betrieb genommen. Da dessen Wasserversorgung aber für die Schadenslage bei weitem nicht ausreichte, musste eine Schlauchleitung zum 700 Meter entfernten Löffelweiher in Münster durch die eingesetzten Wehren errichtet werden. Diese Förderleitung wurde mit drei Tragkraftspritzen errichtet und war innerhalb von nur 15 Minuten einsatzbereit.

Zeitgleich wurde durch Feuerwehrkräfte die unter dem Traktor eingeklemmte Person befreit und rettungsdienstlich versorgt. Unter Atemschutz wurde mit der Absuche des total verrauchten Objektes begonnen. Ziemlich rasch konnten dabei zwei Acetylenflaschen ins Freie verbracht werden. Ebenso wurde eine Gasflasche nach außen verbracht. Die durch die Verpuffung mit Brandwunden übersäte Person wurde von den beiden eingesetzten Atemschutztrupps im ersten Obergeschoss gefunden und gerettet. Nachdem das gesamte Gebäude erfolgreich abgesucht wurde, wurde noch die Wasserversorgung überprüft. Erstaunt stellte man fest, dass rund 1.300l/m zur Brandstelle gefördert und abgegeben werden konnten.

Bei der anschließenden Übungsbesprechung beim "Wirt z'Münster" begrüßte der Pauluszeller Kommandant Valentin Sedlmeier die anwesenden Feuerwehren sowie Vertreter aus Politik und Kreisbrandinspektion. Er lobte vor allem die ruhige, zielführende und schnelle Arbeitsweise der Wehren.

Kreisbrandinspektor Rudi Englbrecht konnte ebenfalls nur lobende Worte aussprechen. Hervorragend klappte die Fahrzeugaufstellung außerhalb des Anwesens, sodass die Zufahrt für eine eventuell benötigte Drehleiter weiter gewährleistet war. Auf die angespannte Löschwasserversorgung vor Ort ging Englbrecht ebenfalls ein. Hier ist besonders die Ortskenntnis der Wehren gefragt um Löschweiher schnell zu finden und deren Wasservorräte gezielt einzusetzen.

Bürgermeisterin Maria Neudecker schloss sich den Dankesworten der Vorredner an und erwähnte, dass auch diese Einsatzübung einmal mehr zeigte, wie hoch der Ausbildungsstand der Feuerwehren sei und das erlernte aus Übungen und Leistungsabzeichen hier wieder perfekt eingesetzt werden konnte. Als Dank und Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement übernahm die Gemeinde die Getränke des Abends.

Dominik Götz